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Eritrea
Am Horn von Afrika liegt das Land Eritrea.
Am südlichen Teil des Roten Meeres gelegen grenzt es an
Sudan, Äthiopien und Djibouti. Mit 124.000 km² ist
Eritrea etwa so groß wie Österreich und die Schweiz
zusammen. Die dreieinhalb Millionen EinwohnerInnen gehören
neun Volks-gruppen an (Tigrinya, Tigre, Saho, Bilen, Hedereb,
Nara, Kunama, Afar, Rashaida). Jede Gruppe spricht eine eigene
Sprache. 85 Prozent der Menschen leben auf dem Lande und betreiben
Ackerbau und Viehzucht. Ein Viertel der Landbevölkerung
lebt als Nomaden und Halbnomaden. Muslime und orthodoxe Christen
sind etwa gleich stark vertreten. Katholiken, Protestanten und
Naturreligionen sind seltener anzutreffen.
Die historischen Wurzeln Eritreas gehen ins
zweite Jahrhundert vor Christus zurück, als semitische
Einwanderer auf dem heutigen Staatsgebiet Eritreas die ersten
Stadtstaaten gründeten.
Die Geschichte des Landes ist gezeichnet durch wechselnde Eroberungen,
erst durch die Osmanen, später durch die Ägypter.
Der italienische Kolonialismus seit 1890 formte Eritrea in seinen
heutigen Grenzen.
Ein kurzer geschichtlicher Rückblick:
| 1890 |
Aus einzelnen Missions- und Handelsstationen wird eine italienische
Kolonie. |
| 1940 |
Britische Truppen besiegen die Italiener. Im Auftrag der
UNO verwalten die Briten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges
das Land. |
| 1952 |
Eritrea wird auf Beschluss der UNO in eine Föderation
mit Äthiopien entlassen. |
| 1962 |
Kaiser Haile Selassie von Äthiopien annektiert
Eritrea und erklärt es zur äthiopischen Provinz.
Ein erbitterter Unabhängigkeitskrieg beginnt, der fast
drei Jahrzehnte andauert. |
| 1991 |
Die äthiopischen Truppen kapitulieren. Die eritreische
Befreiungsfront EPLF stellt die provisorische Regierung. |
| 1993 |
Unter UNO-Aufsicht stimmen 99,8 Prozent der Eritreer für
die Unabhängigkeit. Am 24. Mai 1993 wird Eritrea zum
52. Staat Afrikas |
| 1998
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2000 |
Äthiopien erhebt Ansprüche auf eritreisches Siedlungsgebiet
in der Grenzregion, vor allem um Badme. Es kommt zu einem
zweijährigen Krieg. Unter Vermittlung der Organisation
für Afrikanische Einheit gelingt 2000 in Algier der Abschluss
eines Friedensabkommens. |
| seit 2001 |
Das Abkommen sieht die Bildung einer Unabhängigen Grenzkommission
vor, die die neue Grenze zwischen beiden Ländern festlegen
soll. Ihre Entscheidung ist für beide Seiten bindend.
Im April 2002 wird der neue
Grenzverlauf bekannt gegeben, doch Äthiopien weigert
sich, die neue Grenze zu akzeptieren. Seitdem verhindert Äthiopien
die Demarkation der Grenze am Boden. |
Kraft,
Ausdauer
Das sind die Eigenschaften des Dromedars,
das sich im Wappen des Staates Eritrea befindet. Und auch der
Menschen in Eritrea, die nach fortgesetzter Fremdherrschaft einen
langen Kampf für Freiheit und Unabhängigkeit aufnahmen.
Nach dreißig langen Kriegsjahren erkämpfte sich Eritrea
1991 die Unabhängigkeit von Äthiopien. 1993 entschied
sich die Bevölkerung in einem Referendum für die nationale
Unabhängigkeit und die Bildung eines eigenen Staates. Heute
ist Eritrea der jüngste Staat Afrikas. Im Vertrauen auf die
eigene Kraft haben sich die Menschen an den Wiederaufbau ihres
Landes gemacht.
Noch gehört Eritrea zu den ärmsten Ländern der
Welt.
Der Grenzkrieg gegen Äthiopien kam für
viele Menschen vollkommen überraschend und unerwartet. Er
hat die großen Hoffnungen auf eine prosperierende Entwicklung
des Landes vorerst zu nichte gemacht. Erst der Friedensschluss
von Algier ließ wieder Zuversicht aufkeimen. Um so tragischer
ist die jetzt bereits über Jahre gehende Weigerung Äthiopiens,
die Vereinbarungen des Abkommens von Algier umzusetzen. Obwohl
sich beide Parteien verpflichteten, die Entscheidung
der Grenzkommission zu akzeptieren, lässt die Demarkation
der Grenze noch immer auf sich warten. Für Eritrea bedeutet
dies eine Stagnation für die wirtschaftliche und gesellschaftliche
Entwicklung des kleinen Landes und eine anhaltende Verteidigungsbereitschaft,
die keinen Spielraum für demokratische Reformen lässt.
Die internationale Gemeinschaft wäre hier in der Pflicht,
Äthiopien zu einer Umsetzung des Algier-Abkommens zu bewegen.
Armut in Zahlen
Bruttosozialprodukt pro Kopf: 70 - 150 US-Dollar
Analphabetenrate: 80 %
durchschnittliche Lebenserwartung: 46 Jahre
Ein Arzt versorgt 28.000 Menschen.
Nur jedes zweite Kind kann eine Schule besuchen.
Nur jede/r 13. Einwohner/in hat Zugang zu sauberem Trinkwasser.
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