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Lokal produziert - DMK-Nahrung für
die Nothilfe -
Unterstützung für
die Opfer von Dürre in Kooperation mit Terra Tech und der
Bundesregierung
DMK - diese drei Buchstaben stehen für die Hauptbestandteile
der lebensrettenden Zusatz-nahrung: Durrah (Getreide), Milk (Milch)
und Kidney (Bohnen) bilden die Grundlage Erdnüsse, jodiertes
Salz, Mineralstoffe und Vitamine werden bei-gemischt, zu Pulver
zermahlen und in Kilo-Portionen abgepackt.
Die Zusammensetzung dieser speziellen Nahrung entspricht genau
den Empfehlungen der Welt-gesundheitsorganisation (WHO) für
die Versorgung unterernährter Menschen. Eine Tonne dieser
Nahrung kostet derzeit 4 800 Nakfa, das sind umgerechnet 1 100
Mark - konkurrenzlos billig. Denn die Produktion vor Ort hat gegenüber
der importierten Zusatznahrung gleich mehrere Vorteile:
In Europa kostet das selbe Produkt pro Tonne das
Vierfache, und die Transportkosten für 40 Tonnen schlagen
beispielsweise mit über 150 000 Mark zu Buche. Nicht zuletzt
dieser gewaltige Preis-unterschied und der kurze Weg zur Verteilung
unter den Bedürftigen hat mittlerweile auch Organisationen
wie UNICEF oder die EU bewogen, in Eritrea produzieren zu lassen.
Außerdem werden dadurch Arbeitsplätze im Land gesichert.
Terra
Tech und das EHD engagieren sich seit dem Jahr 2000 gemeinsam
in Eritrea, anfangs bei der Unterstützung der heimkehrenden
Kriegsflüchtlinge, dann während der Dürre mit der
Versorgung der Bevölkerung mit DMK-Hochenergie-Nahrung.
Im Sommer 2003 konnten mit finanzieller Unterstützung vom
Arbeitsstab Humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amts der
Bundes-republik Deutschland in Eritrea erneut 300 Tonnen DMK produziert
und an die Dürreopfer verteilt werden. Diese Hilfsaktion
zielte vor allem auf die Unter-stützung von unterernährten
Kindern unter fünf Jahren und schwangeren und stillenden
Frauen.
42 Gesundheitseinrichtungen in der Gash-Barka Provinz und in der
Northern Red Sea Zone (NRSZ) wurden mit DMK beliefert. Von dort
wurde die Hochenergienahrung an die Bedürftigen abgegeben.
Damit wurde die größte Not gelindert.
Die
Lage erwies sich jedoch nach wie vor als sehr ernst, da der Regen
auch weiterhin ausblieb beziehungsweise die heftigen Regenfälle
große Teile der Aussaat vernichtete. Von dem Ausmaß
der Not und der Umsetzung des gemeinsamen Projektes konnten sich
Anfang August 2003 Dr. med. Gangolf Seitz und Andreas Schönemann,
beide Mitarbeiter von Terra Tech, vor Ort überzeugen. Sie
reisten im Rahmen einer Projektreise in das Land, in dem seit
Jahren viel zu wenig Regen fällt. Das Problem der Unterversorgung
mit Nahrung liegt auch im Ausbleiben des Regens. Die Menschen,
die meist als Kleinbauern und Vieh-züchter leben, sind auf
die Erträge ihrer Felder unmittelbar angewiesen. Um wenigstens
noch ein bisschen Geld zu verdienen, versuchten die Männer
die letzten Tiere zu verkaufen. Aber aufgrund des Überangebots
und des erbärmlichen Zustandes der Tiere fanden sie meist
keine Abnehmer mehr.
Die Dürre und damit die Nahrungsmittelknappheit
trifft auch in Eritrea die ärmeren Bevölkerungsteile
auf dem Land ganz besonders hart. Bei der Reise wurde auch deutlich,
dass mit dieser Menge nicht allen Menschen geholfen werden kann,
die es eigentlich nötig hätten: Viele Stationen geben
DMK nur noch an Kinder ab, die weniger als 70 Prozent ihres Normalgewichtes
haben.
Diese Gesundheitsstationen erfüllen bei dem
Projekt eine wichtige Funktion: Dort werden die Kinder regelmäßig
untersucht und gewogen und genau Statistik über das Gewicht
und die Größe sowie die Entwicklung der Kinder geführt.
Das DMK wird für stark unterernährte Kinder entweder
in der Gesundheitsstation selbst zubereitet oder an die bedürftigen
Kinder und Mütter abgegeben. Die haben teilweise mehrstündige
Fußmärsche auf sich nehmen müssen, um zu den Gesundheitseinrichtungen
zu gelangen. Dr. med. Gangolf Seitz stellt bei der Besichtigung
fest: „Die Verteilung des DMK wird professionell vorgenommen,
die Ärzte und Schwestern sind sehr engagiert“, lobte
er die Arbeit der Beschäftigten in den Gesundheitsstationen.
Die Menschen in unserem Projektgebiet sind aufgrund der unzureichenden
Versorgungssituation weiterhin dringend auf Nahrungsmittelhilfe
angewiesen. In der zweiten Jahreshälfte 2003 wurde deshalb
erneut ein Folgeprojekt nötig: Weitere 300 Tonnen DMK wurden
produziert und verteilt.
Auch im Jahr 2004 (Bericht s.u.) und jetzt aktuell
im laufenden Jahr 2005 unterstützen Terra Tech und EHD in
bewährter Kooperation mit dem Arbeitsstab Humanitäre
Hilfe des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland
wieder die Versorgung unterernährter Kinder in verschiedenen
Regionen des Landes.
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Spendenkonto 17 17 22
22
Stadtsparkasse Köln
BLZ 370 501 98
Sechs Monate Überleben
gesichert
(von Andreas Schönemann)
Das EHD und die Marburger Hilfsorganisation Terra
Tech helfen nun schon seit vier Jahren den von der Dürre
betroffenen Menschen in Eritrea. Vor allem Kinder sowie schwangere
und stillende Frauen sind besonders auf Hilfe von außen
angewiesen. Dr. Gangolf Seitz und Andreas Schönemann kamen
Ende Oktober 2004 von ihrer Reise in das von Krieg und Dürre
gezeichnete Land zurück. Dort beobachteten sie die Verteilung
von 240 Tonnen Hochenergienahrung an besonders Bedürftige.
Die
Nahrungsmittelhilfe zielt vor allem auf Bevölkerungsgruppen,
die keine andere Möglichkeit der Nahrungsbeschaffung haben.
Daher wird die Hochenergienahrung DMK in Flüchtlingslagern
und in abgelegenen ländlichen Regionen verteilt. Empfänger
sind unter anderem Kinder, die unter 80 Prozent ihres altersüblichen
Gewichts aufweisen. Die Kinder werden monatlich gewogen, um den
Fortschritt der Hilfsmaßnahme zu dokumentieren. In diesem
Jahr konnten gemeinsam mit der Deutschen Bundesregierung 240 Tonnen
des proteinreichen Pulvers an etwa 7000 Menschen abgegeben werden.
Dadurch wurde ihr Überleben für sechs Monate gesichert.
Das Pulver DMK wird in Eritrea hergestellt. Es ist zwar teurer
als ein reines Getreidemehl, die Nährstoffe sind jedoch höher
konzentriert und speziell für unterernährte Kinder sehr
gut geeignet.
Diese vertragen oftmals die Umstellung
von Muttermilch auf Getreidebrei mit Wasser nicht und erbrechen
sich. In einem der Flüchtlingscamps, das Dr. Gangolf Seitz
und Andreas Schönemann besuchten, leben knapp 5000 Menschen,
die aufgrund der anhaltenden Grenzstreitigkeiten mit Äthiopien
nicht in ihre angestammten Gebiete zurück gehen können.
Diese Menschen sind völlig auf die Nahrungsmittelhilfe von
Organisationen wie dem Welt-ernährungsprogramm der Vereinten
Nationen und der gemeinsamen Aktion von EHD und Terra Tech angewiesen,
da sie von den Bewohnern der benachbarten Dörfer lediglich
geduldet werden und es ihnen nicht erlaubt wird, Ackerbau oder
Viehzucht zu betreiben.
Bei unserem Projekt wird die Nahrungsmittelhilfe
zu den Menschen gebracht, die nicht in der Umgebung einer Gesundheitsstation
leben. Dr. Gangolf Seitz und Andreas Schönemann konnten die
Verteilung in einer Siedlung in der Sahelzone beobachten. Dr.
Seitz berichtet: "Die meisten Menschen hier ziehen mit ihren
Kamel- und Ziegenherden umher, nur wenige leben in festen Siedlungen
wie dieser. Wegen der anhaltenden Dürre finden die Tiere
immer weniger Futter. Der Verkaufserlös deckt nicht mehr
das Existenzminimum.
Besonders betroffen sind schwangere Frauen, stillende
Mütter und kleine Kinder. Die Mütter müssen oft
viele Kilometer mit ihren kleinen Kindern bis zur Verteilungsstelle
kommen, um das Nahrungspaket für den nächsten Monat
in Empfang zu nehmen." Mit dieser neuen Art der Verteilung
wird eine deutliche Erleichterung für diese Frauen und Kinder
geschaffen, auch wenn sie immer noch eine gewisse Strecke zurücklegen
müssen.
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