Neue Klassenzimmer für die Sewra Schule

Vier neue Klassenzimmer und ein pädagogisches „Upgrade“ für die Schule

Seit knapp 20 Jahren unterstützt das EHD in Kooperation mit dem Schweizer Unterstützungskomitee für Eritrea (SUKE) die Sewra Elementary Schule in Mai Temenai, einem Stadtteil von Asmara, Eritreas Hauptstadt. In der Schule gibt es eine sehr aktive Eltern-Lehrervereinigung (PTA), die sich ehrenamtlich sehr bemüht, den Kindern ein gutes Lernumfeld zu bieten.  Nach dem Bau eines neuen Verwaltungstrakts mit Büros und Lehrerzimmer galt unsere Unterstützung danach der grundlegenden Renovierung der 1950 gebauten Schule. Über 700 Mädchen und Jungen besuchen derzeit die Schule. Unterrichtet wird in zwei Schichten, am Vor- und am Nachmittag. Trotz Unterricht im „Zweischichtbetrieb“ geht es in den Klassenzimmern eng zu.

Elternversammlung mit Schulleitung und PTA

2023 wuchs in der PTA der Gedanke, die Schule, um eine Bibliothek mit angeschlossenen Räumen für die Hausaufgabenbetreuung zu erweitern. Letzteres deshalb, weil viele Kinder in beengten Verhältnissen aufwachsen. EHD und SUKE beschlossen, dieses Projekt der PTA zu unterstützen, die Baupläne und der Kostenvoranschlag waren schnell erstellt. Doch das Projekt wurde nicht umgesetzt. Denn angesichts steigender Schülerzahlen und den beengten Verhältnissen in den Klassenräumen setzte in der PTA ein Umdenken ein, mit dem eine Besuchergruppe von EHD und SUKE 2024 bei einem Besuch in der Schule konfrontiert wurden. Die große Mehrheit der PTA und auch das lokale Bildungsministerium kamen zum Schluss, dass eine Erweiterung der Schule um 4 vollwertige Klassenzimmer sinnvoller wäre.

Zunächst waren wir etwas überrascht von dem Sinneswandel. Aber die Argumente der Schulleitung, des Vertreters des Bildungsministeri-ums und der PTA für den Verzicht auf eine Bibliothek und die Ausweitung der Schule waren schlüssig: Steigende Schülerzahlen hätten dazu geführt, dass nicht alle Kinder aus dem Stadtteil hätten aufgenommen werden können. Lange Schulwege wären für abgewiesene Abc-Schüt-zen die Folge gewesen. Auch hätte sich an den beengten Verhältnissen in den Klassenräumen und damit am Lernumfeld nichts geändert – selbst wenn man die Betreuungsräume der geplanten Bibliothek zu Klassenzimmern umgewidmet hätte. Aus pädagogischer Sicht kam noch ein weiteres Argument dazu: Mit der Schulerweiterung kann die Schule vom Status einer Grundschule mit den Klassen 1 bis 5 zur Junior Schule bis Klasse 8 ausgeweitet werden. Dieses wohnortnahe pädagogische Angebot ist ein weiterer positiver Effekt für die Kinder.

Nach einem intensiven Gedankenaustausch mit allen Beteiligten kamen EHD und SUKE zu dem Schluss, dass die Pläne der Schule und der PTA schlüssig und unterstützenswert sind – wenngleich diese jetzt unter dem Strich auch mehr als doppelt so teuer wie die ursprünglich geplante Bibliothek werden. Intern – im EHD und bei SUKE – wurde die neue Situation bildungspolitisch und auch in finanzieller Hinsicht diskutiert und beide Organisationen kamen überein, die Schulerweiterung mit einem gedeckelten Budget zu unterstützen. Eine gemeinsame Übereinkunft wurde von allen Partnern – der PTA, dem EHD und SUKE – jüngst unterzeichnet. Darin ist zum Beispiel geregelt, dass die Schule für die Ausstattung zuständig ist und das Bildungsministerium das benötigte Lehrpersonal stellt…

Vertreter der PTA, des EHD und der Schulleitung nach der Unterzeichnung der gemeinsamen Vereinbarung "Joint Agreement"

Wenige Tage später rollten die ersten Lastwagen an und brachten das Baumaterial für die Fundamente. Dann griffen die Mitglieder der PTA zu Pickel und Schaufel und hoben die ersten Streifenfundamente für die Bodenplatte des neuen Schulgebäudes aus, das in derselben Bauweise wie das bereits bestehende errichtet wird…Bilder vom Baufortschritt werden an dieser Stelle laufend aktualisiert.

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