Projekt Godaif-Waisenhaus, Milchpulver für neugeborene Kinder

Unser Online-Fundraising-Projekt (Nido-Babymilch) für das Godaif Waisenheim hatte ein sehr schönes Zwischenergebnis: Ein Dreimonatsbedarf (200 Dosen) konnte am 29. Januar 2019 vor Ort für das bis dahin über „betterplace/gut-für-den-landkreis-esslingen“ gesammelte Spendengeld (4.500 € oder 76.570 Nakfa) eingekauft und an das Waisenheim übergeben werden. Die restlichen 586€ die gefehlt haben wurden anschließend ebenfalls erfolgreich finanziert. Wir danken Ihnen allen, denn somit konnten wir dieses Projekt erfolgreich beenden.

Godaif ist das zentrale Waisenhaus Eritreas, in das alle Waisenkinder unter 3-4 Jahren gebracht werden. Das Waisenhaus wurde 1943 gebaut. Nach dem Ende des Unabhängigkeitskampfes 1991 war das Waisenhaus völlig überfüllt: Der Krieg hatte 91 000 Kriegswaisen hinterlassen – es musste rasch eine gute Lösung zur Versorgung der vielen elternlosen Kinder gefunden werden. So fanden auf Initiative des Sozialministeriums viele Kriegswaisen bei Verwandten Unterschlupf. Für andere wurden im ganzen Land kleine, sogenannte „Family Group Homes“ gebaut. Dort haben jeweils 10 bis 12 ältere Kinder die Chance, gemeinsam in einer familienähnlichen Umgebung aufwachsen, betreut von einer „Hausmutter“. 

Das Projekt konzentriert sich auf die Kinder, die im Alter von wenigen Tagen, Wochen oder Monaten ins Waisenhaus gebracht werden. Diesen Kindern wollen wir mit unserer Unterstützung einen guten und vor allem einen gesunden Start in das Leben geben.

Seit 2000 leben im Godaif Waisenhaus vor allem Kinder, deren Mütter bei der Geburt starben, die bei keinen Verwandten aufgenommen werden konnten, aber auch Kinder von Müttern, die nicht den Mut und die Kraft haben, ihr Kind selbst groß zu ziehen. Die Waisenkinder werden meist von den Spitälern der Stadt nach Godaif gebracht. So berichtet Elsa Zemo, die Pflegeleiterin der Neugeborenen- Station im Orotta-Zentralspital, dass immer wieder vor der Eingangspforte des Spitals oder auf der Treppe zur Neugeborenen-Station Säuglinge hingelegt werden, damit sie rasch gefunden und versorgt werden. Die Mütter, die ihre frischgeborenen Kinder „abgeben“, sind oft Angehörige einer ethnischen Gruppe, in der es unverheirateten Frauen verboten ist, ihr Kind zu behalten. Manchmal sind es aber auch minderjährige oder auch psychisch kranke Mütter, die ihre Säuglinge aussetzen, weil sie völlig überfordert sind. In dem Heim in Godaif werden die Kinder liebevoll betreut – und geschützt. So ist zum Beispiel Fotografieren verboten. Niemand im Waisenheim will, dass die Kinder „zur Schau gestellt“ werden. Ausnahmsweise durften wir für unser Projekt dennoch einige Bilder machen.

Derzeit (November 2018) leben im Waisenheim Godaif 18 Kinder im Alter von unter 3-4 Jahren, darunter 8, die aufgrund ihres Alters noch mit spezieller Babymilch ernährt werden müssen, da Kuhmilch für den menschlichen Organismus nicht so vorteilhaft ist. Häufig sind Unverträglichkeiten wie Allergien die Folge. Besser und gesünder sind für die Ernährung der Kleinkinder deshalb adaptierte Milchprodukte, wie zum Beispiel die in Eritrea erhältliche – “Nido-Pulvermilch”, die im Wasser aufgelöst wird.

Im Monat verbrauchen diese acht Kinder 105 Büchsen Nido-Milch, ein Kind also rund 13 Büchsen im Monat. Eine Büchse kostet 250 Nakfa (knapp 14 Euro). Ein Kleinkind einen Monat gut zu versorgen kostet also knapp 180 Euro.

Für 2160 Euro kann ein Kleinkind ein Jahr lang versorgt werden.

 

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