Projektbericht “Zuchtziegen”

„Ziegen zu haben war immer mein Traum“

Meriem Suleman ist glücklich. Die 56-jährige Frau wurde 1999 im Krieg durch mehrere Kugeln in den Beinen verwundet. Trotz Unterstützung durch den Staat führt sie mit ihrem blinden Mann und 5 Kindern ein karges Leben. Jetzt hat sie von im Rahmen eines Projekts von EHD drei Ziegen erhalten – der Grundstock für  eine Ziegenzucht lässt sie zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Unser eritreischer Partner, die eritreischen Kriegsversehrtenorganisation ENWDVA und die Dorfverwaltungen in der Sub-Region Tsorona, wählten die 37 behinderten und bedürftigen Frauen aus, die auf dem Viehmarkt in Tsorona ihre Ziegen kaufen konnten. Das Projekt sollte im Frühjahr 2020 schon starten, aber die Corona-Pandemie kam dazwischen. Lange Zeit war der Viehmarkt aufgrund des Corona-Lockdowns geschlossen. Ende September war es dann soweit. Mit der Öffnung des Marktes kehrte auch wieder ein wenig Normalität in das Leben ein.

Meriem und Mulu beim Kauf der Ziegen auf dem Markt in Tsorona

Meriem, eine der Frauen, die Ziegen erhielt erzählt uns, dass sie aufgrund ihrer Behinderung ihr eigenes Land nicht bestellen kann und es an andere Bauern verpachtet: „Wir bekommen ein Drittel der Ernte für uns. In guten Jahren ist das genug zum Leben, ist die Regenzeit schlecht, haben wir nicht genug zu essen. Dann waren wir bis jetzt auf die Unterstützung anderer angewiesen.“ Mit der kleinen Ziegenherde wird sich das ändern, freut sie sich. „Dann haben wir Milch für unsere Kinder. Ich kann auch Ziegenbutter herstellen und wir verdienen mit dem Verkauf von Jungtieren Geld.“ Mulu Beyene, eine andere Frau erklärt uns: „Ziegen zu haben war immer mein Traum.“ Denn die robusten Vierbeiner sind leicht zu halten und zu züchten und machen auch ihr das Leben in Zukunft leichter, hofft sie. Bald, sagt sie, „kann ich auch auf dem Viehmarkt selbst Ziegen verkaufen und unser Familieneinkommen aufbessern.“

Die Aussichten dafür sind wirklich gut. „Die genügsamen und robusten Tiere finden hier in der Gegend genug Wasser, viel gutes Futter und vermehren sich schnell,“ sagt auch Saleh Said, der Administrator der Sub- Region Tsorona. Die gute Nachricht, dass das EHD und ENWDVA 37 behinderten Frauen Starthilfe für ein besseres Leben geben, machte nicht nur in Tsorona schnell die Runde, sondern in ganz Eritrea. Das eritreische Fernsehen berichtete in den Abendnachrichten über das Projekt und die Frauen von Tsorona.

Diese Familie ist schon Besitzer einer kleinen Ziegenherde. Ihr Leben hat sich dadurch wesentlich verbessert

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